INFAQT
Institut für Altenwohnbau und
Qualitätsmanagement GmbH
Lebenswelt für demenzkranke Menschen : Modellprojekt heimverbundene Hausgemeinschaft Wetter

von Margret Müller und Norbert Seidl
23.07.2004
Die vom Regierungspräsidium Leipzig und Jost Consult regelmäßig organisierten Treffen der Vertreterinnen von Hausgemeinschaften in Sachsen (und auch angrenzenden Ländern) beschäftigte sich intensiv mit dem Thema der Alltagsbegleitung und Hauswirtschaft in dieser Wohnformform.
Rolf Gennrich, als Vertreter des InfAQt und Mit-Initiator der Hausgemeinschaften (in seiner Funktion als Referent für Betriebswirtschaft des Kuratoriums Deutsche Altershilfe bis März diesen Jahres) diskutierte in sehr engagierter Runde die möglichen Organisationsformen, die vorherrschenden Pflege- und Hauswirtschaftskonzepte mit ihren Möglichkeiten aber auch Problemen.
Konsens bestand unter den Teilnehmerinnen, dass die Aufgaben der Präsenzkräfte und auch der Pflegefachkräfte klar und verbindlich formuliert werden müssen. Hierzu wird in Bälde eine Arbeitshilfe des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung vorliegen, die das Kuratorium Deutsche Altershilfe derzeit erarbeitet. Nach den Vorstellungen des InfAQt sollte zukünftig in Hausgemeinschaften nur von zwei zentralen Arbeitsfeldern gesprochen werden, nämlich der Fachpflege (als ambulant denkend und organisierter Pflegedienst) und der Präsenz, in deren Aufgabenfeld die gesamte Hauswirtschaft und auch die Alltagsbegleitung fällt.
Beide Arbeitsfelder ordnen ihre spezifischen Inhalte und Ziele dem übergreifendem Ziel der Lebensqualität unter und arbeiten gleichberechtigt miteinander. Als Gegenpart zur leitenden Pflegefachkraft (häufig auch als Pflegedienstleitung bezeichnet) sollte deshalb auch eine leitende Präsenzkraft eingerichtet werden. Im Gegensatz zum Aufgabenfeld der Fachpflege, die nur aus Pflegefachkräften zusammengesetzt sein kann und im Rahmen einer Bezugspersonenpflege gleichsam wie im häuslichen Bereich pflegt und organisiert ist, war die Diskussion über die erforderliche(n) Qualifikation(en) einer Präsenzkraft und deren Arbeitsorganisation noch kontrovers und offen. Da es in dieser Organisationsform keine so genannten Pflegehilfskräfte mehr gibt, diese sind nunmehr auch Alltagsbegleiter in der Präsenz, setzt sich dieser Arbeitsbereich nicht nur aus hauswirtschaftlich und pädagogisch geschulten Kräften zusammen. Diese müssen, ihren Stärken und Schwächen entsprechend, ihrer Arbeitsschwerpunkte und Kompetenzen in der Präsenz verbindlich untereinander vereinbaren, um Überforderungen aber auch Kompetenzüberschreitungen zu vermeiden.
Die Mitarbeiterinnen der Fachpflege sind nach wie vor für den Pflegeprozess verantwortlich und stimmen ihre Leistungen partnerschaftlich mit den Mitarbeiterinnen der Präsenz ab. Dieses wertet die Mitarbeiterinnen der Präsenz gegenüber der Pflege deutlich auf, erfordert aber natürlich auch eine entsprechende Kompetenz und Qualifikation. In den nächsten Tagen wird zum Themenkomplex der Präsenz und deren Qualifikation auf dieser Seite weiteres Material veröffentlicht. Das InfAQt dankt allen Teilnehmerinnen für die sehr engagierte und sehr informative Diskussion!
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