INFAQT
Institut für Altenwohnbau und
Qualitätsmanagement GmbH
Lebenswelt für demenzkranke Menschen : Modellprojekt heimverbundene Hausgemeinschaft Wetter

von Margret Müller und Norbert Seidl
15.08.2004
Im Rahmen einer prozessorientierten Checkliste für Planungsvorhaben in der vollstationären Pflege möchte das InfAQt, insbesondere kleinen Initiativen und Gründern von Hausgemeinschaften, Anregungen und Hinweise für eine erfolgreiche Umsetzung ihrer Ideen geben. Diese Reihe wird regelmäßig fortgesetzt und ergänzt. Fragen und Kommentare zu den Inhalten dieser Seite sind ausdrücklich erwünscht an admin@infaqt.de
Allgemeines Förderklima:
Klärung der allgemeinen Rahmenbedingungen und Strukturen für Projekte in dieser Region
Je nach Bundesland oder sogar Kreiszugehörigkeit sind die Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich. Neben den einschlägigen Landespflegegesetzen sind neben allgemeinen wirtschaftlicher Faktoren, fördernde und hemmende Faktoren zu identifizieren, die sich auf jede Planung auswirken, beispielsweise die klassischen Indikatoren: Altersstruktur, Nachfrage und Bedarf nach sozialen Dienstleistungen usw.
Zentrale Fragen in diesem Zusammenhang:
Gibt es dezidierte Aussage des Bundeslandes zur derzeitigen und zukünftigen Altenpolitik und deren Infrastruktur
(Beispiele: Stärkung des Vorranges ambulanter zu Lasten vollstationäre Pflege, Ausbau der integrierten Versorgung, Nachholbedarf bei Angeboten in der gerontopsychiatrischen Versorgung)
Werden evtl. besondere Leistungen in Form von Modellen gefördert, beispielsweise im Rahmen des Pflegeleistungsergänzungsgesetzes).
Förderpolitik des Landes- bzw. der zuständigen Kommunen
Ist von einer reinen, nachschüssigen „Subjektförderung" auszugehen oder gibt es noch Möglichkeiten einer objektorientierten Finanzierung?
Wenn ja, sind diese Mittel für das geplante Projekt verfügbar und im Zeitrahmen zu erwirken?
Kann u.U. (freiwillig) auf eine Objektförderung zu Gunsten einer nachschüssigen Finanzierung verzichtet werden. Was sind die Folgen?
Gibt es in der Planungsregion aussagefähige und verlässliche Richtlinien und auch Erfahrungen in deren Anwendung (Neue Bundesländer).
Sind die zuständigen Stellen neuen Planungsvorhaben gegenüber eher aufgeschlossen oder eher zurückhaltend?
Welche Bedeutung haben Freie Träger in der Planungsregion? Gibt es noch einen zumindest ideellen Vorrang und wie stark sind private Anbieter in der Region schon oder zukünftig vertreten (Trägerbezogene Marktbeobachtung).
Zuständigkeiten und Kooperation
Wer ist für das geplante Projekt zuständig. Sind dies mehrere Stellen, wie arbeiten diese zusammen? Beispiel: Kreise/Städte und Landschaftsverbände in NRW.
Wie gut ist die Zusammenarbeit der öffentlichen Stellen mit den zuständigen Träger der Betriebskostenfinanzierung, beispielsweise mit den Pflegekassen und zuständigen Sozialhilfeträgern?
Gibt es hier gemeinsame Positionspapiere, Absprachen (offizielle und inoffizielle) und Vereinbarungen. Kann die Zusammenarbeit als harmonisch oder eher schwierig bezeichnet werden?
Welche Erfahrungen liegen zur Umsetzungsgeschwindigkeit von traditionellen Bauvorhaben vor.
Gibt es tendenziell oder praktisch eine Bereitschaft zur Entwicklung innovativer Konzepte auf der Verwaltungsebene?
Wie funktioniert das Dreieck: öffentliche Verwaltung (Förderung bzw. Prüfung der baufachlichen Unterlagen und der Investitionskosten - Aufsichtsbehörden (regionale Heimaufsicht und Altenhilfeplanung) - Leistungsträger (Pflegekassen und Träger der Sozialhilfe)?
Mit Hilfe der vorgenannten Fragen kann ein eher förderndes oder eher problematisches Klima für neue Projekte identifiziert werden. Dieses dient als grundsätzliches Orientierungssystem und Gewichtungssystem für das zu beurteilende Projekt!
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