INFAQT
Institut für Altenwohnbau und
Qualitätsmanagement GmbH
Lebenswelt für demenzkranke Menschen : Modellprojekt heimverbundene Hausgemeinschaft Wetter

von Margret Müller und Norbert Seidl
09.07.2008
Die Träger und Betreiber von älteren Pflegeeinrichtungen, stehen zunehmend unter Wettbewerbsdruck und damit vor dem Problem ihre Einrichtungen baulich und konzeptionell dem sich stark verändernden Nachfragermarkt in der Pflege anzupassen oder mittelfristig aufgeben zu müssen. Wann aber lohnt sich die Sanierung beispielsweise eines Altenkrankenheimes oder einer Einrichtung der sogenannten 2. Generation? Können aus Pflegeplätzen immer nur wieder Pflegeplätze entstehen oder gibt es eine „Exit-Strategie“?
Warum ist eine solche Aufgabenstellung weitaus komplexer und damit schwieriger zu beurteilen als der Sinn einer Neubaumaßnahme?
Zum Einen sind in vielen Regionen, insbesondere im attraktiven städtischen und großstädtischen Raum, zunehmend über Neubauten moderne, vollstationäre Plätze entstanden, die schon heute zu einem Angebotsüberhang führten bzw. führen. Zum anderen ist die Qualität der Bestandeinrichtungen im Vergleich zu den beschriebenen Neubauten häufig schlechter, bspw. durch einen zu hohen Anteil schwer vermietbarer Doppelzimmer. Darüber hinaus entsprechen die Grundrissgestaltung und die Raumorganisation in der Regel nicht mehr den Anforderungen an eine wohnliche und überschaubare, und damit nachgefragte, Pflegeeinrichtung. Eine Modernisierung der Einrichtung ist aber nicht nur aus konzeptionellen Gründen dringend notwendig, denn auch die technische und energetische Ausstattung entspricht vielfach nicht mehr den heutigen und zukünftigen Anforderungen.
Aber auch wenn eine Modernisierung als vollstationäre Einrichtung grundsätzlich möglich wäre, stellt sich doch die berechtigte Frage, ob nach der kotenintensiven Sanierung, die vollstationären Plätze tatsächlich belegt werden können, also ob die Investition überhaupt nachhaltig ist. Unter bestimmten Vorrausetzungen kann aber eine Umwandlung oder Teilumwandlung der bestehenden Pflegeplätze in Formen des Servicewohnens eine Alternative darstellen. um zum einen der verstärkte Nachfrage in diesem Segment nachzukommen und auch das Angebotsspektrum zu erweitern.
Der Vortrag beschreibt an einem praktischen Beispiel mögliche Indikatoren und Prüfkriterien, die bei einer solchen Strategie zu beachten sind. Neben baulichen und technischen Kriterien wird auch auf das Problem der alten Lasten eingegangen. Im Ergebnis, soll der Vortrag Antworten auf die Fragen geben, ob und unter welchen Vorraussetzungen die Umwandlung einer Pflegeinrichtung in eine Form des Servicewohnens fachlich und wirtschaftlich sinnvoll sein kann.
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