INFAQT
Institut für Altenwohnbau und
Qualitätsmanagement GmbH
Lebenswelt für demenzkranke Menschen : Modellprojekt heimverbundene Hausgemeinschaft Wetter

von Margret Müller und Norbert Seidl
29.11.2004
Unter dem Titel: Ein neues Konzept steht zur Diskussion wird die Entwicklung eines Personalbemessungssystems für Deutschland in Aussicht gestellt.
Hintergrund für dieses "Angebot" ist, …"dass es durch das Scheitern der Verhandlungen mit dem Anbieter des PLAISIR-Verfahrens" …“an einer angemessenen und nachvollziehbaren Systematik zur Bemessung der notwendigen Personalausstattung in Einrichtungen der stationären Altenhilfe" fehlt.
Dem kann nur zugestimmt werden, aber der Grund für dieses "Vakuum" nach PLAISIR war und ist nicht dass Fehlen einer ausreichend erprobten Systematik und Methode, die ja bei PLAISIR von der Praxis in hohem Maße anerkannt wurde.
Dieses Projekt scheiterte im Wesentlichen an den sich durch eine solche Konstruktion zwangsläufig ergebenden juristischen Problemen und komplexen Vertragsstrukturen, die die Beteiligten nicht einvernehmlich lösen bzw. klären konnten.
PLAISIR scheiterte auch nicht, wie vielleicht vielfach angenommen wird,
an den Kosten einer deutschen Anwendung des Verfahrens, denn die
verhandelten ökonomischen Vorrausetzungen für eine Anwendung waren
ungleich besser als in der Schweiz.
Es waren vielleicht vielmehr
die Kosten, die eine Umsetzung der Ergebnisse in die Pflege bedeutet
hätten, obwohl dies eine irrige Annahme ist, wie das Kieler Modell
beweist.
FAZIT
Das Verfahren PLAISIR wurde der deutschen Selbstverwaltung quasi auf einem Silbertablett und vorkonfektioniert serviert, nachdem es über das Kuratorium Deutsche Altershilfe im Laufe von fast 4 Jahren bei weit mehr als 13.000 Erhebungen erprobt, validiert und an die deutschen Verhältnisse angepasst wurde. Das Kieler Modell hätte einen sozialverträglichen Umstieg von pauschalen Personalschlüsseln auf ein leistungsorientiertes Modell der Personalbemessung ermöglicht, getragen von der Selbstverwaltung in diesem Bundesland.
All diese Entscheidungsprozesse und
Überzeigungsarbeit müsste bei der Entwicklung eines "neuen" Verfahrens
wiederholt und letztendlich auch wieder finanziert werden.
Es würde
mehr Sinn ergeben an einem erreichten Kenntnisstand anzuschließen,
statt immer wieder das Rad neu erfinden zu wollen, zumal bei PLAISIR
nicht eine mangelnde Qualität des Produkts für das Scheitern
verantwortlich zu machen ist.
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