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15.03.2004

Abbau von Leistungen statt notwendiger Veränderungen

Statt dringend notwendiger Veränderungen der Strukturen wird der Ruf nach Abbau von Leistungen laut, so wollen Sozialhilfeträger das Einzelzimmer für sozialhilfebedürftige Heimbewohner nicht mehr bezahlen.

In Zeiten immer knapper werdender finanzieller Mittel bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an die Qualität ist die Planung und der Betrieb einer Pflegeeinrichtung eine hochkomplexe und schwierige Aufgabe. Nach aktuellen Untersuchungen des Kuratoriums Deutsche Altershilfe sind mehr als 30 Prozent der bestehenden Einrichtungen hochgradig sanierungsbedürftig. Unabhängig hiervon müssten pro Jahr 10.000 neue Pflegeplätze geschaffen werden, wenn sich unser Hilfesystem nicht gravierend in seinen Strukturen verändert. Zunehmend wird von Seiten der Vertreter der Sozialhilfe, Vorreiter ist hier wohl Niedersachsen und einige Regierungsbezirke in Bayern, ein Abbau der Wohn- und Lebensqualität in den Pflegeheimen gefordert. Der Ruf nach mehr Doppelzimmern in den Heimen wird lauter.

Hausgemeinschaften - Von der Quantität zur Qualität

In Zeiten immer knapper werdender finanzieller Mittel bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an die Qualität ist die Planung und der Betrieb einer Pflegeeinrichtung eine hochkomplexe und schwierige Aufgabe. Nach aktuellen Untersuchungen des Kuratoriums Deutsche Altershilfe sind mehr als 30 Prozent der bestehenden Einrichtungen hochgradig sanierungsbedürftig. Unabhängig hiervon müssten pro Jahr 10.000 neue Pflegeplätze geschaffen werden, wenn sich unser Hilfesystem nicht gravierend in seinen Strukturen verändert. Zunehmend wird von Seiten der Vertreter der Sozialhilfe, Vorreiter ist hier wohl Niedersachsen und einige Regierungsbezirke in Bayern, ein Abbau der Wohn- und Lebensqualität in den Pflegeheimen gefordert. Der Ruf nach mehr Doppelzimmern in den Heimen, die Forderung nach Definition eines sozialhilferechtlichen (Sub-) Standard sind ernste Vorzeichen für den Versuch bisher Erreichtes nicht nur zu hinterfragen, sondern zukünftig abzubauen. Dieser Entwicklung muss entschieden begegnet werden! Alle Verbände auf Bundes- und Landesebene die Einrichtungen betreiben und auch die verantwortlichen Ministerien auf Bundes- und Landesebene sind aufgefordert dieser Tendenz entgegenzuwirken und ihr Konzepte entgegenzustellen, die nicht nur die bisher erreichte Qualität der Heimpflege sichern, sondern mehr noch als bisher, eine an den Bedürfnissen der Bewohner und der MitarbeiterInnen orientierte Pflege ermöglichen.

Das Prinzip der Hausgemeinschaften ist ein solches Konzept. Durch die Abkehr von traditionellen, funktionalen Versorgungsstrukturen stellt es den Menschen (Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter) in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt der Leistungserbringung. Architektur, Leitbild und Personalorganisation sind in einer solche Struktur sorgfältig aufeinander abgestimmt und unterstützen einander. Natürlich kann ein solches Konzept am besten im Rahmen einer Neubaumaßnahme realisiert werden, aber gelungene Beispiele aus der Praxis zeigen, dass das Prinzip der Hausgemeinschaft auch im Bestand und bei Umbauplanungen umgesetzt werden kann. Allerdings genügt eine durchdachte Architektur alleine nicht! Das Management und die Mitarbeiter müssen sich auf die komplett veränderte Personalorganisation vorbereiten und sie auch konsequent umsetzen. Die Architektur kann dies nur begünstigen und unterstützen. So sind bei Hausgemeinschaften die Investitionskosten pro Platz nicht höher als bei herkömmlichen Pflegeheimen, wobei allerdings alle Bewohnerzimmer Einzelzimmer sind. Die gelingt durch eine konsequente Reduktion von kostenintensiven und bewohnerfernen Flächen und den weitgehenden Verzicht auf "repräsentative" Flächen jeglicher Art.

Fazit: Statt auf die bestehende Ineffizienz traditioneller Pflegeheimplanungen und den damit verbundenen Problemen einer bedarfsgerechten Pflege mit einer Definition eines sozialhilferechtlichen Standards zu reagieren, sollte mit Blick auf die zukünftigen Nutzer, den Konzepten mehr Raum gegeben werden, die sowohl mehr Lebensqualität als auch mehr Wirtschaftlichkeit im Betrieb realisieren können.  In (KDA)Hausgemeinschaften erhält der Bewohner, durch die veränderte Organisationsstruktur annähernd doppelt so viel Betreuungs- und Pflegezeit wie in einem herkömmlichen Pflegeheim, ohne dass die Pflegesätze über denen vergleichbarer Heime liegen. Gleiches gilt auch für die Investitionskosten pro Platz!

Hausgemeinschaften sind allerdings auf Grund Ihrer hohen Leistungsfähigkeit und Wohnlichkeit keine Billiglösung. Sie grenzen sich somit derzeit und zukünftig deutlich von "Billiglösungen", mit baulichen und konzeptionellen Substandard ab. Dies sichert nachhaltig deren Marktfähigkeit.

 

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