INFAQT
Institut für Altenwohnbau und
Qualitätsmanagement GmbH
Lebenswelt für demenzkranke Menschen : Modellprojekt heimverbundene Hausgemeinschaft Wetter

von Margret Müller und Norbert Seidl
25.05.2004
Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW), der Bundesverband privater Anbieter von sozialen Dienstleistungen (bpa) und die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Pflegekassen haben beschlossen, ab dem 1.06.2004 gemeinsam eine "Deutsche Gesellschaft zur empirischen Ermittlung von Pflegebedarf" die DGEP zu gründen und zu betreiben.
Nunmehr kann zukünftig das vom KDA langjährig in Deutschland erprobte kanadische Pflegezeit- und Personalbedarfsermittlungsinstrument in Deutschland über einen deutschen Rechtsträger, die DGEP, angeboten und selbständig durchgeführt werden. Nach Auffassung des InfAQt ist damit in Deutschland die Grundlage für eine qualifizierte und systematische Pflegeberichterstattung geschaffen worden und hierdurch ein "Quantensprung" in der Qualitätsentwicklung der Pflege eingeleitet; vielleicht vergleichbar mit der Entwicklung in den USA nach der verbindlichen Einführung des Minimum Data Set (MDS).
Da PLAISIR, im Vergleich mit dem MDS, allerdings eine Fülle zusätzlicher, praxisrelevanter Daten bereitstellt, beispielsweise zu den erforderlichen Leistungen und zur Personalorganisation der einzelnen Einrichtung, sind das Potential und damit die möglichen Wirkungen dieses Verfahrens deutlich höher einzuschätzen. Auch ohne die geplante und anzustrebende Einbettung und Nutzung des Verfahrens für die Personalbedarfsermittlung nach § 75 SGB XI auf Landesebene kann das Verfahren ein unverzichtbarer Bestandteil einer fundierten Planung der zukünftige Pflegeinfrastruktur, der Betriebsorganisation und Qualitätsentwicklung von vollstationären Pflegeeinrichtungen werden.
Im Falle einer breiten Anwendung des Verfahrens in Deutschland kann somit, ähnlich wie in den französischsprachigen Kantonen, zukünftig auf zuverlässige und vergleichbare Daten - auch für die Pflegesatzverhandlungen- zurückgegriffen werden. Der Zusammenschluss der vorgenannten Verbände auf Bundesebene beweist, dass der Wille nach Transparenz in der Pflege von allen Seiten wirklich gewollt ist. Darüber hinaus sichert diese "historisch" betrachtet, einmalige Konstellation, die Nachhaltigkeit des Einsatzes von PLAISIR in Deutschland. Ein ausführlicher Bericht folgt in Kürze.
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